Coachingmethoden
In meiner Praxis steht auch für das Coaching eine breite Auswahl verschiedener wissenschaftlich fundierter Methoden zur Verfügung.
Die Indikationsstellung dafür, welche Methoden zur Anwendung kommen erfolgt grundsätzlich erst nach einer ausführlichen Beratung und Diagnostik. Zu diesem Zweck wird gemeinsam mit dem Klienten zunächst dessen Anliegen geklärt.
Falls erforderlich wird dann ein ausführlicher Befund erhoben. Dabei wird einerseits auf die aktuellen Probleme, die den Klienten in die Praxis führen, eingegangen, andererseits werden die Zusammenhänge und Hintergründe der Probleme beleuchtet. Gegebenenfalls werden zusätzlich ein individuelles Persönlichkeitsprofil zur Feststellung der Stärken und Schwächen in der Regulation verschiedener Lebensbereiche erstellt, sowie psycho-physiologische Untersuchungen zur Klärung der psychosomatischen Reaktionsbereitschaft (z. B. bzgl. der Stressreaktion) durchgeführt. Wenn alle erforderlichen Informationen zusammengetragen sind, werden gemeinsam mit dem Klienten Hypothesen (Annahmen) bezüglich der Zusammenhänge und der kausalen Verbindungen mit der Problematik gebildet, mit Hilfe derer die Probleme sinnvoll und nachvollziehbar erklärt werden können.
Schließlich werden die Ziele/Wünsche des Klienten (ggf. auf dem Hintergrund der gebildeten Hypothesen) gemeinsam diskutiert und möglichst konkretisiert. Aus diesen Zusammenhängen ergeben sich schließlich ein oder mehrere Möglichkeiten einer sinnvollen Behandlung. Die hieraus resultierenden Coachingmethoden werden dem Klienten im letzten Schritt erklärt und nachvollziehbar gemacht.
Nach erfolgter Indikationsstellung beginnt das eigentliche Coaching.
Diagnostik
(in der Regel ist es sinnvoll, vor dem eigentlichen Coaching zu überprüfen wie der gegenwärtige Zustand ist ("check-up") und welche Ziele erreicht werden sollen. Zudem kann die Untersuchung der ursächlichen Bedingungen, die zur Entstehung dieses Zustandes führen helfen festzulegen, mit welchen Mitteln man die angestrebten Ziele am besten erreichen kann)
> Testdiagnostik
--(Computergestützte Persönlichkeits- und Leistungsdiagnostik)
--(Neurophysiologische Testdiagnostik)
> Biofeedback
> Psychosomatische Anamnese
> Psychodynamische Anamnese
> Verhaltensanalyse
> Paar- und Familiendiagnostik
Coachingmethoden
> Fokalcoaching
> Psychodynamisches Vorgehen
> Kongnitiv behaviorales Vorgehen
> Systemisches Vorgehen
> Imaginative Verfahren
> Achtsamkeitstraining
> Biofeedback
Testdiagnostik
Diagnostik mit Hilfe computergestützter psychometrischer Tests (Fragebogentests). Eingangsdiagnostik: zu Beginn der Behandlung. Verlaufsdiagnostik: während der Behandlung und am Ende der Behandlung zur Beurteilung der Entwicklung und der Fortschritte.
Neurophysiologische Diagnostik der vegetativen Regulationsfähigkeit zur Überprüfung der autonom-nervösen Anpassungsfähigkeit bzw. Stressbelastbarkeit mittels Analyse der Herzratenvariabilität (HRV).
Biofeedback
Nutzung des Biofeedback (siehe auch unter "Coachingmethoden") zur diagnostischen Einschätzung verschiedener körperlicher Parameter (z. B. Muskelspannung, Pulsfrequenz, Atemfrequenz, Hautwiderstand, Hauttemperatur - als Hinweis auf den vegetativen Zustand, Stress, Schmerzen etc.) - Bitte nicht verwechseln mit "Bioresonanz"!
Psychosomatische Anamnese
Untersuchung der Zusammenhänge zwischen seelischen und körperlichen Faktoren in Bezug auf ein Verhalten oder Symptom
Psychodynamische Anamnese
Untersuchung der lebensgeschichtlichen und aktuellen mental wirksamen Zusammenhänge und Prägungen in Bezug auf ein Verhalten oder Symptom aus psychodynamischer Perspektive
Verhaltensanalyse
Untersuchung der aktuellen Bedingungen für das Auftreten und Fortdauern eines Verhaltens oder Symptoms aus kognitiv-behavioraler Perspektive
Paar- und Familiendiagnostik
Untersuchung der Kommunikationsmuster, der zwischenmenschlichen Dynamik und der biografischen Prägungen der Paar- bzw. Familienbeziehungen
Fokalcoaching
Coaching, welches auf einen umgrenzten Problembereich konzentriert und begrenzt wird.
Psychodynamisches Vorgehen
Auf psychoanalytischem Gedankengut (S. Freud, C.G. Jung) aufbauendes Vorgehen in welchem es darum geht, die störenden Auswirkungen aktueller oder früherer emotionaler und zwischenmenschlicher Erfahrungen im "Hier und Jetzt" zu korrigieren. Die analytische Psychologie C. G. Jungs berücksichtigt zudem tief im Unbewussten verankerte z. T. kollektive Prägungen, die für die Individuation ("Selbstwerdung des Menschen") von Bedeutung sein können.
Anders als oft geglaubt wird, geht es nicht primär um die Aufarbeitung der Kindheit, sondern eben um die Bearbeitung der aktuellen Probleme.
Heute entdecken die modernen Neurowissenschaften grundlegende psychoanalytische Erkenntnisse wieder neu, z. B. die Wichtigkeit des Unbewussten, der Emotionen, der Träume und der Kommunikation in der zwischenmenschlichen Beziehung - Erkenntnisse, die lange Zeit von den Gegnern der Psychoanalyse bestritten bzw. verleugnet wurden.
Kongnitiv behaviorales Vorgehen
Verhaltensstörungen beruhen auf Lernprozessen. Das Vorgehen baut auf den Vorstellungen der klassischen und operanten Konditionierung auf (Reiz-Reaktion-Modelle des Lernens). Die ursprüngliche, am beobachtbaren Verhalten ausgerichtete VT wurde ergänzt durch Theorien des Modelllernens, des Selbstmanagements und der kognitiven Psychologie (Vorstellung, dass Gedanken und Gefühle Auswirkungen auf unser Verhalten haben). Das kongnitiv behaviorale Coaching konzentriert sich auf die Veränderung gegenwärtigen Verhaltens, weniger auf die Aufdeckung verdeckter (unbewusster), dem beobachtbaren Verhalten zugrunde liegender Konflikte. Mit kongnitiv behavioralem Coaching werden primär Störungen mit klar umschriebenen Zielen behandelt. Dabei spielen die aktuellen auslösenden und aufrechterhaltenen Bedingungen für ein Problem oder Verhalten eine wesentliche Rolle, weniger jedoch tiefer reichende, dem Problem oder Verhalten zu Grunde liegende unbewusste Konflikte. Die Ziele liegen im Abbau unerwünschten Verhaltens und Aufbau erwünschten Verhaltens.
Systemisches Vorgehen
Ressourcen- und zielorientiertes Vorgehen, in welchem die Wirkungen und Wechselwirkungen aufeinander bezogener Elemente eines Systems (z. B. die zwischenmenschlichen Beziehungen, Konflikte und Rollenverteilungen in Familien oder Teams) besondere Beachtung finden. Das familiäre System bzw. das System eines Unternehmens haben eine innere Dynamik in der das einzelne Mitglied sowohl Fähigkeiten und Stärken als auch Verhaltensstörungen entwickeln kann. Verhaltensauffälligkeiten eines Teils des Systems werden immer in Bezug zum Gesamtsystem betrachtet (dies kann sich z.B. in Konflikten mit dem Partner, den Kindern/Eltern oder in wiederkehrenden Problemen mit Kollegen zeigen).
Imaginative Verfahren
Verfahren mit meditativen und hypnotherapeutischen Aspekten, bei dem die Arbeit mit bildhaften Vorstellungen (Imaginationen, Visualisierungen, Tagträumen etc.) und die konzentrierte Aufmerksamkeit auf den Augenblick (engl."mindfullness") besondere Bedeutung hat.
Achtsamkeitstraining
Achtsamkeit (engl."mindfullness") ist ein Werkzeug, welches in der Psychotherapie gelernt und angewandt werden kann, um bestimmte Ziele zu erreichen. Achtsamkeit ist ein Werkzeug oder eine Haltung, mit deren Hilfe man - abstrakt ausgedrückt - einerseits Informationen sammeln kann und andererseits sich vom direkten emotionalen Erleben und Dasein distanzieren kann, indem man dieses direkte emotionale und impulsive Erleben betrachtet, sich also auf eine Metaebene begibt und sich in gewisser Weise bei den Emotion zuschaut. Insofern ist Achtsamkeit auch eine Technik zur Distanzierung vom direkten animalischen Erleben (was insbesondere bei Störungen, die durch ein zu starkes emotionales und impulsives Erleben gekennzeichnet sind, hilfreich sein kann).
Im Trubel des normalen Alltags leidet auf die Achtsamkeit oftmals, so dass wesentliche Informationen, die man benötigt, um die Realität zu bewältigen, verloren gehen. Hier bewirkt Achtsamkeit eine gewisse Verlangsamung und Intensivierung der Wahrnehmung dessen, was ist. Achtsamkeit führt zu einem klareren Gewahrwerden dessen, was ist (in der Aussenwelt, wie auch in der Innenwelt). Durch Achtsamkeit wird das was ist nicht verändert. Es wird nur klarer wahrgenommen, klarer darstellbar. Um das, was ist, zu verändern, damit umgehen, es zu bewältigen, es zu nutzen, benötigt man andere Werkzeuge. Insofern ist Achtsamkeit eine wichtige basale Voraussetzung, im Leben zurechtzukommen.
Das Achtsamkeitstraining findet üblicherweise in Gruppen statt, kann aber bei Bedarf auch in Einzelsitzungen vermittelt werden.
Biofeedback
Verfahren, bei dem Körpersignale (z. B. Hautwiderstand, Muskelspannung, Pulsfrequenz, Atemfrequenz, Hauttemperatur etc.) mit Hilfe moderner Messinstrumente gemessen und dem Patienten/Klienten computergestützt zurückgemeldet/beobachtbar gemacht werden (ähnlich wie z. B. beim EKG - schmerzlos, ungefährlich und ohne körperliche Eingriffe). Dadurch kann der Patient/Klient lernen, Körperfunktionen, die normalerweise der willentlichen Steuerung nicht ohne weiteres zugänglich sind, bewusst zu steuern. - Bitte nicht verwechseln mit "Bioresonanz"!
