Kurzinformation zum Thema Schmerzerkrankungen

> Definition
> Neurobiologie bzw. bio-psycho-soziales Schmerzmodell
> Formen von Schmerzen
> Hinweise auf eine psychosomatische Schmerzkomponente
> Links zum Thema Schmerzerkrankungen



Definition

Nach der Definition der Internationalen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (IASP) ist Schmerz ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potentieller Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird. Das Postulat einer kausalen Verbindung zwischen Gewebeschädigung und sensorischer Schmerzempfindung ist in dieser Definition aufgegeben. Neben die sensorische Schmerzempfindung wird das subjektive Schmerzerleben als gleichwertig gestellt. Krankheitswert hat das Schmerzerleben also auch ohne eine entsprechende Organschädigung.

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Neurobiologie bzw. bio-psycho-soziales Schmerzmodell

Moderne neurobiologische Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Verarbeitung von Schmerz und Stress eng miteinander verknüpft ist. Das bedeutet, dass für die Verarbeitung von Schmerz auch Stresserfahrungen und Traumatisierungen in der Kindheit von Bedeutung sind. Frühe Stresserfahrungen hinterlassen radiologisch sichtbare Spuren im Gehirn mit der Folge einer erhöhten Anfälligkeit für Stresserkrankungen. Eine erhöhte Stressanfälligkeit kann unter anderem auch eine gestörte Schmerzverarbeitung nach sich ziehen - die Folge kann eine erhöhte Schmerzsensibilität sein. Frühe Schmerzerfahrungen werden im Gehirn ähnlich wie Stress gespeichert. Bei später im Leben auftretendem Stress können deshalb auch Schmerzen entstehen, ohne dass dafür eine organische Ursache im Körper zu finden ist. Man könnte sagen "Stress tut weh", aber auch umgekehrt "Schmerz ist Stress". Für das Verständnis von Schmerz sind also nicht nur die körperlichen, medizinischen Befunde, sondern auch die psychosozialen Zusammenhänge, in denen die betreffende Person lebt, und deren lebensgeschichtliche Prägungen von Bedeutung. Diese Erkenntnisse sind insbesondere bei Schmerzen, die nicht ausreichend durch organische Läsionen am Körper erklärt werden können, wichtig, da bei diesen Schmerzen die Behandlung mit Schmerzmitteln etc. zu kurz greift und eine psychosomatisch-psychotherapeutische Behandlung erforderlich sein kann.

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Formen von Schmerzen

Man unterscheidet verschiedene Formen von Schmerzen:

  • Schmerzen bei psychischen Belastungen: Diese treten zum Beispiel auf bei latenten oder manifesten Problemen mit Stress, Angst, Depressionen, Problemen in Beziehungen oder am Arbeitsplatz, nach Verlusten etc.. Hier ist eine spezielle, über das Schmerzbewältigungstraining hinausgehende psychosomatisch-psychotherapeutische Behandlung erforderlich.
  • Schmerzen bei funktionellen Störungen (Muskelverspannungen etc.): Je nach Ursache der funktionellen Störungen (z. B. Anspannung, Ängste, Leistungsdruck, Zeitnot, unterdrückter Ärger etc.) kommen hier verschiedene Formen von Psychotherapie zum Einsatz.
  • Schmerzen bei körperlichen Erkrankungen - sog. Nozizeptorschmerzen: Auftreten z. B. bei Entzündungen, Gewebeläsionen, Tumoren etc.. Hier spielt die psychosomatische Schmerzkomponente keine primäre Rolle. Da diese Schmerzen, wenn sie chronisch werden, eine Stressbelastung sein können, kann eine psychosomatische Behandlung hier im Sinne eines Schmerzbewältigungstrainings hilfreich sein.
  • Sog. neuropathische Schmerzen: Die Ursache des Schmerzes ist eine Läsion oder Fehlfunktion des zentralen oder peripheren Nervensystems. Die Schmerzen entstehen infolge einer geänderten peripheren, spinalen und supraspinalen Signalverarbeitung. Als Folge von Verletzungen, toxischen Schädigungen etc. verändern sich die Nervenzellen biochemisch, morphologisch und physiologisch. Auch hier spielt die psychosomatische Schmerzkomponente keine primäre Rolle. Da diese Schmerzen, wenn sie chronisch werden, eine Stressbelastung sein können, kann eine psychosomatische Behandlung hier im Sinne eines Schmerzbewältigungstrainings hilfreich sein.

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Hinweise auf psychosomatische Schmerzkomponente

  • hohe Schmerzintensität meist ohne schmerzfreie Intervalle
  • Probleme mit Stress
  • Beziehungsprobleme
  • Risikofaktoren in der Lebensgeschichte (Schmerzen, Stress, Verluste, Traumatisierungen in der Kindheit etc.)
  • Beginn der Symptomatik vor dem 35.Lebensjahr

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Links zum Thema Schmerzerkrankungen

www.fibrostress.de
www.problemkreis-sad.de
www.dgm.org/files/neuro32.pdf
www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=45427
www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=23123
www.klinik.uni-mainz.de/Psychosomatik/PDF_Literatur/egle2004Fibro.pdf
www.klinik.uni-mainz.de/Pressedienst/pm_fibromyalgie1.shtml
www.aerztezeitung.de/docs/2003/09/16/165a0301.asp?cat=/medizin/stress
www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/139.php
Deutsche Gesellschaft für Biofeedback
www.bmbf.de/de/1164.php
www.bmbf.de/pub/chronischer_schmerz.pdf
www.gesundheitsforschung-bmbf.de/_media/chronischer_schmerz(1).pdf
www.medizinfo.de/schmerz/patienten.htm
www.schmerzliga.de

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